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Gold-Rally – Was Anleger jetzt falsch und richtig machen können

  • Beitrags-Kategorie:Gesellschaft

Itzehoe (ots) Gold glänzt. Aktuell auch bei der Kursentwicklung: Fast eine Verdoppelung in den vergangenen fünf Jahren, stolze 20 Prozent mehr im ersten Quartal dieses Jahres. Also schnell auf den Zug aufspringen und Gold kaufen? Besser nicht, meint Jörg Wiechmann. Der Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC) hat einen Vorschlag, mit dem Anleger besser fahren.

Für die immer neuen Rekorde beim Goldpreis gebe es eine plausible Theorie, sagt Wiechmann. Angesichts der geopolitischen Spannungen diversifizierten Länder, die wie Russland und China auf Konfrontationskurs zum Westen seien, ihre Währungsreserven: raus aus Euro und US-Dollar, rein ins Gold. Denn die Russen hätten es nach dem Angriff auf die Ukraine erlebt: “Der Westen fror Vermögenswerte der russischen Notenbank in dreistelliger Milliardenhöhe ein.”

Die Nachfrage treibt den Goldpreis, Kleinanleger kann der IAC-Experte nur warnen: “Wer jetzt beim Gold einsteigt, kauft rekordteuer.” Und wer in Gold-ETF oder das hierzulande populäre Xetra-Gold investiere, erwerbe kein Gold, sondern im besten Fall ein Zertifikat für einen Herausgabeanspruch – Lieferung keineswegs sicher, zum Beispiel bei Insolvenz. Um auf Barren oder Münzen zu setzen, brauche es eine vertrauenswürdige Bezugsquelle, sonst bestehe die Gefahr, auf Katzengold hereinzufallen. Und selbst die sichere Verwahrung des Goldes sei ein Thema, sagt Wiechmann angesichts vieler Berichte über brutale Raubüberfälle oder geknackte Bankschließfächer.

Deshalb gehe der IAC einen anderen Weg: “Warum in Gold investieren, wenn wir auch die Goldproduzenten besitzen können?”, fragt der Geschäftsführer. Deshalb gehören die Minenbetreiber Newmont Mining und Barrick Gold zum IAC-Portfolio. Beide Aktien hätten vom steigenden Goldpreis profitiert und stark zugelegt. “Dennoch haben die Aktienkurse beider Unternehmen noch Aufholpotenzial auf den in den vergangenen Jahren weit vorausgeeilten Goldpreis”, betont Wiechmann. Zudem verdienten Minengesellschaften auch Geld, wenn der Goldpreis einmal nicht steigt. Das habe die Zeit von 1980 bis 2005 gezeigt: “Gold-Anleger schauten ein Vierteljahrhundert in die Röhre, Aktionäre von Minenaktien dagegen erfreuten sich steigender Kurse und laufender Dividenden.”