Mit 48 Teilnehmenden ging es zur Obstblüte ins Alte Land. Bei bestem Wetter bot sich allen auf der Köhlbrandbrücke ein toller Blick auf den Hamburger Hafen und über die Elbe bis ins Alte Land. In Jork im Fährhaus Kirschenland gab es ein reichliches Mittagessen. Frisch gestärkt startete dann eine zweistündige Fahrt durch das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Ein Touristenführer versorgte uns mit vielen Informationen zum Alten Land. Angefangen bei der Entstehungsgeschichte in der Eiszeit über die Besiedelung und Entwicklung im Obstanbau in einer Gegend, in der sich die Bewohner immer wieder den Sturmfluten ausgesetzt sahen. Auch war zu erfahren, wie sich dort die Ortschaften und die Landwirtschaft entwickelten und auch immer wieder verändert haben.
Vorbei ging es an wunderschönen Fachwerkhäusern. Die Fachwerke jeder Hauswand sind in gleichmäßige Vierecke aufgeteilt und jedes einzelne Fach ist anders ausgestaltet. Mit den verzierten Balken und ihren besonderen Sprüchen werden sie zu einzigartigen und unverwechselbaren Kunstwerken. Wir haben gelernt, warum die Eingangstüren „Hochzeitstüren“ heißen und was es damit auf sich hat (diese wurde nur dann geöffnet, wenn eine neue Braut in das Haus geführt wurde und damit auch das Zepter im Haus übernahm, eine andere Überlieferung besagt, dass die Tür in das sogenannte „Kammerfach“ führte, in dem die Mitgift der Braut aufbewahrt wurde).
In der Bartholomäuskirche in Mittelnkirchen erhielten wir keine Predigt, aber viel Wissenswertes über den Kirchenbau im Alten Land. Weiter ging es durch enge Straßen, durch die der Busfahrer uns sicher gefahren hat, an die Elbe zum Lüheanleger hinter dem 8 m hohen Deich. Wir wurden belohnt mit einem schönen Blick auf die Elbe, auf der gerade ein Containerschiff Richtung Hamburg vorbeifuhr.
Auf dem Obsthof Matthies angekommen, gab es leckeren Obstkuchen und Kaffee. Mit dem Apfelexpress ging es dann in die Plantage, wo es wieder viele Informationen rund um den Obstanbau gab, zum Beispiel wie die Bäume gehegt und gepflegt werden, um schöne und leckere Äpfel ernten zu können. Es wurden unter anderem Fragen zur Pflanzung und rund um den Baumschnitt und Frostschutz-Beregnung beantwortet. Auch wurde erklärt, wie sich der Obstanbau in der Geschichte verändert hat und wie sich die Kundenwünsche in Bezug auf die Sortenauswahl auswirken. Im Hofladen wurde dann noch ein wenig eingekauft, bevor es nach Hause ging. Der Stau in Hamburg hielt sich in Grenzen, so dass wir nach einem schönen Tag bei bestem Wetter wieder in Grömitz angekommen sind. (kg/ms)